Sächsi Schweiz 02 🎒🥾

Wie Halloween, ein Labyrinth und ein Alpinist mich wieder in die Natur gelockt haben.

Nebel, Felsen, November. Wie ich wieder in die Sächsische Schweiz fuhr – und diesmal wusste, was mich erwartet. Oder zumindest dachte, es zu wissen.

🎒 Runde zwei. Wieder draußen. Wieder mit Herzklopfen.

Manchmal braucht man nur einen Menschen, dem man vertraut – und schon ist der nächste Plan geboren. 

Tobias hatte mir einen Link geschickt: den schönsten Wanderweg 2025 in der Sächsischen Schweiz. Der Caspar-David-Friedrich-Weg. Poetisch. Malerisch. Vielversprechend. 

Haben wir nicht gemacht. 

Wetter. 

Der liebe Gott spielte einfach nicht mit. 

Aber von Anfang an – typisch. 


🎃 Halloween-Chaos statt romantischer Vorabreise

Bevor es in die Sächsische Schweiz ging, schlug das Leben wieder zu – und zwar mit einem Kürbis in der Hand. 

Freitag war Halloween. Eigentlich mein kinderfreies Wochenende. Eigentlich wollte ich Freitagvormittag losfahren. Eigentlich wollte ich entspannt packen und mich einstimmen. 

Eigentlich. Dreimal. 

Pustekuchen. 

Dann schaute mich mein Kind mit diesen Augen an und fragte, ob wir Halloween zusammen feiern könnten. 

Was soll ich sagen. 

Man sagt nicht Nein zu diesen Augen. 

Ich war hin- und hergerissen – die Vorfreude auf die Sächsische Schweiz war riesig, und die Sorge, dass alles ins Wasser fällt, auch. Zum Glück hatte ich meine Superheldin in meinem Leben: Meine Mutter sprang ein, blieb eine Nacht beim Kind – und Tobias war flexibel. 

Puh. Mein Wochenende war gerettet. 

Dann eben andersrum: erst Halloween mit meinem Liebsten, dann Abenteuer. 



🍭 Kinderdisco, Buffet und Picasso im Mini-Format

Am Vormittag gab's bei mir zu Hause noch Brunch. In meiner 58-Quadratmeter-Wohnung. Insgesamt 3 Muttis, 5 Kinder und 567 Spielzeuge, die überall auftauchten, wo ich sie garantiert nicht hingelegt hatte. 

Während die Kinder auf meinem Sofa Trampolin spielten und Ritterkämpfe simulierten, versuchten wir Mamas so etwas wie Gespräche zu führen. 

Erfolglos. 

Die Atmosphäre war eine Mischung aus „Hau den Maulwurf", „American Ninja Warrior" und einem ganz leichten Nervenzusammenbruch. 

Aber hey – das Buffet war großartig! Frische Brötchen, selbstgemachter Obstsalat, selbstgemachte Dips, Obst, Gemüse, Säfte – was das Herz begehrt. Das nenne ich Teamwork. Supermamis. Wir halten uns zusammen und verstehen, in welchem Schlamassel man mit Kind steckt. Allein dafür liebe ich Chaosmomente manchmal. 

Danach schminkten wir uns – oder besser gesagt: mein Sohn schminkte mich. Er bekam freie Hand, und ich verwandelte mich in eine Mischung aus Halloween-Queen, Unfallopfer und abstrakter Kunstinstallation. 

Picasso hätte stolz applaudiert. 

Auf meiner Stirn steckte offenbar ein Messer. Genähte Wunden. Grüner Farbschlamm. Er kommentierte das Werk mit großer Zufriedenheit – und ich auch. 

Manchmal ist Liebe eben, die Kontrolle über sein Gesicht abzugeben. 

👻 Kinderdisco: Erwartungen 10/10 – Realität 3,5/10

Mit dem Rad ging's zur Kinderdisco. 

Klingt cool. War's aber nicht. 

In einem Raum lief ein Film auf einer riesigen Leinwand. Herzlichen Glückwunsch – versuch mal, die Kinder da wegzubekommen, die gerade kostenlos in einer Glotze baden. Wir Mamas machten das Beste daraus und gönnten uns eine Pause. 

Auch mal schön. Und wir konnten tatsächlich sowas wie Gespräche führen. 

Nach 2,5 Stunden in diesem Stickofen, der nach Alkohol und Kunstnebel roch, flüchteten wir – äh, gingen wir – weiter. 

Die Vorfreude der Kinder war riesig. Denn jetzt hieß es: „Süßes! Sonst gibt's Saures!" 

🧟‍♀️ Kiosk-Hopping an der Limmerstraße

Ich hatte bereits im Vorjahr einen Tipp bekommen: durch die Limmerstraße gehen und Süßigkeiten an Kiosken sammeln statt in langweiligen Treppenhäusern. 

Zur Erklärung für alle Nicht-Hannoveraner: Die Limmerstraße ist eine bekannte Feiermeile – und „limmern" bedeutet, abends von Kiosk zu Kiosk zu ziehen, etwas zu trinken, neue Leute kennenzulernen und mit jedem anzustoßen. Warm, laut, spontan.

Und für Halloween? Perfekt. Die Kinder zogen von Kiosk zu Kiosk – gefühlt gibt es dort allein zehn bis zwölf davon. Und das funktioniert wirklich! Der Süßigkeitenpegel der Kinder explodierte. Alle hatten Riesenspaß, wir kamen gut voran – Tipp ist Gold wert. 

Am Abend wurde ich kinderfrei, packte die letzten Dinge in meinen Rucksack und gönnte mir exakt fünf Stunden Schlaf, bevor mein Wecker um 5 Uhr klingelte. 

5 Uhr morgens. 

Freiwillig. 

Um 6:36 Uhr fuhr mein Zug. 

Ich und die Deutsche Bahn waren pünktlich. Ein besonderer Applaus geht vor allem an die Bahn! Man muss es feiern, wenn es passiert. 

Im Zug schrieb ich an meinem Laptop Texte und Gedanken nieder, verfolgte den Sonnenaufgang – wie herrlich! Allein deshalb war ich schon so glücklich, so früh losgefahren zu sein. Die warmen Sonnenstrahlen gleich morgens im Gesicht. Und gleichzeitig dieses magische Kribbeln: 

Abenteuer ruft. Es geht los. Jetzt wirklich. 

🚋 Das Dresdner Straßenbahn-Rätsel

In Dresden angekommen, schlenderte ich zur Straßenbahn. Ich wusste die Nummer – aber nicht die Richtung. 

Ich stieg einfach auf gut Glück ein, weil die Bahn gerade losfuhr und die nächste erst ein paar Minuten später käme. Dort fragte ich dann direkt einen Mann: 

„Kommen Sie aus Dresden?" 

Er: „Ja, leider." 

Leider.

Aus Dresden. 

Die Tragödie bleibt ungeklärt. 

Aber er war sehr nett, wusste wo ich hin musste und erklärte mir alles – Stationen, Ausstieg, Fußweg. Ich stieg aus und lief Richtung Tobias' Wohnung. 


🏚️ Das Labyrinth 2.0

Dann stand ich unten im großen Eingangsflur, in dem es gefühlt 500 Briefkästen gibt – und genau in diesem Moment schrieb mir Tobias: „Gleich da? Dann komm ich runter." 

Hätte ich warten können? Natürlich. 

Hab ich's getan? Natürlich nicht. 

Stattdessen schrieb ich, dass ich schon mal hochkomme – und stürmte los. Bis zur 4. Etage. Wo ich dann feststellte: 

Ach ja. Da war ja was. 

Die 5. Etage erreicht man an dieser Stelle nämlich gar nicht direkt. Das wusste ich sogar – theoretisch. Praktisch hatte ich es in meiner Ungeduld komplett vergessen. 

Klassisch. 

Und Tobias schrieb in dem Moment: „Ich suche dich schon mal. 😂" 

Ich musste laut lachen. 

Also begann mein persönliches Minotaurus-Abenteuer: Ein Haus, viele Wege, null Orientierung. Ich lief durch Flure, suchte Treppenhäuser, wählte an jeder Kreuzung nach dem 50/50-Prinzip – mit der Eleganz eines verwirrten Navigationsgeräts. 

Und dann – plötzlich – Jackpot! Ein Treppenhaus, das in die 5. Etage führte. Richtiger Flur. Ich wusste nur nicht mehr genau welche Tür. Aber dann öffnete sich eine – und Tobias stand davor. 

Gefunden. 

Und das Beste: Mein chaotischer Improvisationsweg war kürzer als seiner. 

Kürzer. 

Er wohnt dort seit einem Jahr. Ich seit fünf Minuten. 

Ich prophezeie: Ab jetzt nimmt er meinen Weg. 😄 


🎁 Überraschung vor dem Abenteuer – Neon-Minigolf

Bei ihm angekommen, Sachen abgelegt, Rucksack umgepackt. Ich hatte natürlich wieder alles dabei – außer normale Ausgehkleidung. Laptop. Boulderklamotten. Schlafzeug. Wandersachen. 

Ausgehkleidung? 

Fehlanzeige. 

Aber bevor es in die Wildnis ging, hatte Tobias eine Überraschung geplant – ich wusste, dass etwas kommt, nur nicht was und wohin es geht. 

Neon-Minigolf. 

Mit orangenen Brillen, leuchtenden Farben und Wänden, die im Schwarzlicht glühten. Wir spielten. Wir täuschten uns gegenseitig. Wir lachten. 

Und ich gewann. 

59:60. Knapp. Aber gewonnen ist gewonnen. 😛 

Zur Verteidigung von Tobias: Es war sein zweites oder drittes Mal überhaupt. Naja. Ein Sieg bleibt ein Sieg. 

Danach das gelbe M – auf nüchternem Magen in die Wildnis? Kommt nicht infrage. Dann zu ihm nach Hause, mit meinem inzwischen bewährten Labyrinth-Shortcut. Rucksäcke fertig. Zug nach Rathen. 

Das Abenteuer konnte beginnen. 


🏔️ Rauenstein – Schlafplatz gesucht

In Rathen angekommen, wanderten wir hoch zum Rauenstein. Es war grau, nieselig und kalt. Naja – es ist auch November. Sonnenschein und 25 Grad kann man hier nicht erwarten. Aber mit der richtigen Kleidung geht das schon. Wir liefen schmale Wege zwischen Felsen hoch und beobachteten oben von verschiedenen Stellen die Aussicht. Trotz des Wetters: schön. 

Dann schauten wir uns zwei mögliche Schlafplätze an. 

Option eins: Im Fels drin. Sogar mit einer Holzunterkonstruktion. Klingt abenteuerlich – war es auch. Man musste rüberspringen, denn darunter war ein Spalt. Und nachts auf die Toilette? Ebenfalls rüberspringen. Außer man wollte seinen Schlafplatz direkt neben dem Reisebuddy zweckentfremden. 

Nein danke. 

Option zwei: Ein seeehr niedriger Schlafplatz unter einem freistehenden Felsen. Eng. Aber trocken. Und ohne lebensgefährlichen Toilettenweg. Dafür sah es ehrlich gesagt so aus, als könnte der Fels jederzeit wegrollen – oder umkippen. Oder beides. 

Wir entschieden uns für Option zwei. 

Gute Wahl – wie sich später herausstellen sollte. Denn nachts regnete es. Nasse Felsen werden rutschig. Ich will gar nicht weiterdenken, was beim Rüberspringen passiert wäre. Kopfkino aus. 

Die Dunkelheit brach bereits ein, als wir unseren Schlafplatz einrichteten. Schnell musste es gehen. Mein Schlafsack war geliehen – nagelneu und riesig. Ich scherzte und sagte: „Lass einen alten, gammelig-miefigen Schlafsack organisieren und den deinem Freund als Gag zurückbringen." Voll unser Humor. Leider nicht umgesetzt. Vielleicht ein anderes Mal. 😄 

Das Ding passte jedenfalls nicht in meinen Rucksack – also trug ich ihn wie ein Baby in einer Tragetasche vor dem Bauch, eingewickelt in mein Halstuch. Tobias übernahm ihn zwischendurch aber bereitwillig – der Mann sammelt Gentleman-Punkte, als wären es Berggipfel. 

Es war so windig, dass wir mit Rucksäcken und Handtüchern einen Windschutz bauten. Kreativität ist angesagt. 

Dann Abendessen: Nudeln mit Linsen. 

Nudeln. Mit. Linsen. 

Es hätte Pupsalarm auf dem Rauenstein geben können. Ich sage nur: Ich habe nichts mitbekommen. Und habe es leise gelöst. 😛 

Dazu natürlich heiße Schokolade. Das wird wohl unser Ritual – heiße Schokolade in der Höhe. 😄 

Um 18:45 Uhr lagen wir in den Schlafsäcken. 

18:45 Uhr. Abends. Freiwillig. 

Wir hörten Musik – Tobias hatte einen kleinen Lautsprecher dabei. Von Rock über Waldhornstücke war alles dabei – eine Playlist, die genauso wenig kategorisierbar ist wie unsere Reisen. 😄 

Und dann kam der Orkan. 

Eisig kalt. Regen. Wind, der durch jeden Spalt pfiff. Brrr. 

Irgendwann kamen im Dunkeln noch zwei Menschen in unsere Nähe – und der Mann kam direkt zu uns, ohne Besteck. Wir konnten aushelfen. Schön, wenn man auch in der Höhe jemandem in der Not helfen kann. 

Gegen 23 Uhr schlief ich einfach ein – ohne es bemerkt zu haben, mit Musik und eisigem Wind. 


☁️ Morgens. Kalt. Neblig. Wunderschön.

Morgens gegen 7 Uhr aufgewacht. Kalt. Regnerisch. Aber windstill. 

Sachen gepackt, weiter hoch auf den Rauenstein. Wieder viele coole Wege dazwischen, mit mehreren Aussichtsstopps. Bei einem Stopp: neblig, mystisch – die Felsen blinzelten nur kurz durch den Nebel heraus. Kurz. Und trotzdem schön. 

Gegen 8:30 Uhr ein Stopp an der Rauenstein-Gaststätte. 

Geschlossen. Natürlich. Öffnungszeit: 10 Uhr. 

Wir eröffneten trotzdem unser Frühstücksbuffet – auf einer der Bänke davor. Berliner Pfannkuchen. Kartoffelbrötchen mit Avocado und Tomate. Laugenstange. Cookie. Apfel. Blaubeeren. 

Wahnsinn, oder? Ein richtiges Festmahl dort oben. 😀 

Um 9 Uhr kamen die ersten Gaststättenbesitzer. Tobias fragte höflich, ob ich trotzdem einen Kaffee bekommen könnte. Er trinkt ja keinen Kaffee. Immer noch kein Verständnis dafür. 

Um 9:15 Uhr hielt ich tatsächlich einen frisch gebrühten Filterkaffee in den Händen. Auf dem Rauenstein. Mit Nebelblick. 

Das war sooooo schön. 

Der Preis? 

5,50 Euro. Für Filterkaffee. Mit etwas Kaffeesatz drin. 

Stolzer Preis – aber der Ausblick war inklusive, und die Freundlichkeit auch. 


🎨 Das Albertinum – oder: Wie ich zur Kunstverbrecherin wurde

Wir fuhren dann mit der Bahn zurück nach Dresden. Eigentlich stand Bouldern auf dem Plan – aber wir hatten noch so viel Zeit. Also spontan entschieden: Albertinum. Kunstmuseum. Für Tobias das erste Mal. 

Für mich auch – ich war kleidungstechnisch jedenfalls auch hierfür nicht vorbereitet. 

Nächstes Mal komme ich wirklich mit drei Koffern angereist. 

Im Museum angekommen. An der Garderobe empfing uns eine Frau. Nicht unfreundlich. Eher... bestimmt. Rucksäcke in die Schließfächer. Jacken bitte abgeben. Tobias wollte seine Jacke in den Rucksack stecken – sie ließ das nicht zu. Was sie stattdessen wollte, blieb unklar. Wir standen beide etwas verwirrt da. 

Gleich am Anfang alles falsch gemacht. Laut Plan jedenfalls. Wir müssen eben nicht wie alle anderen. 

Im ersten Raum entdeckte ich ein Bild, das stellenweise zu glitzern schien. Faszinierend – so faszinierend, dass ich wissen wollte, wie der Maler das gemacht hatte, und ganz nah heranging. 

Zu nah. 

Eine Aufsichtsperson wies mich darauf hin. 

Und ich hatte danach das Gefühl: Sie verfolgte mich. Raum für Raum. Schritt für Schritt. Mit prüfendem Blick. 

Spooky. 

Dann ein Raum mit abstrakten Bildern. Ein Bild: grau. Komplett grau. Daneben das Schildchen: 

Titel: Grau.

Ich musste lachen. Richtig lachen. Tränen. Ich versuchte, es zu unterdrücken – was es natürlich schlimmer machte. Daneben hingen Bildnummern wie „722-32", und ich meinte scherzhaft zu Tobias: „Die haben bestimmt 722 Versuche gebraucht." Das Lachen ging nahtlos weiter. 

Ich werde mir ein Bild malen. Pink. Kommt auf die To-do-Liste – und dann ins Albertinum. 

Wir verbrachten gute drei Stunden dort. Lachten. Diskutierten. Überlegten gemeinsam. Es war wirklich schön. 


🏓 Tischtennis, Bouldern und Stäbchen-Drama

Im Museum entdeckten wir in der großen Foyerhalle eine Tischtennisplatte. Tobias wollte natürlich sofort wissen, wie gut ich spiele – ich spiele schließlich im Verein. 

Die Platte war belegt. 

Also erst: Café. Ricotta-Mandelkuchen mit Pflaumenmus und Pflaumen obendrauf. Soooo lecker. Wird nachgebacken! 

Dann zurück zur Platte. Noch immer belegt. Die zwei Spieler hatten uns gesagt: „Noch zehn Minuten." Das Zeitgefühl existierte bei ihnen offensichtlich nicht. 

Wir warteten. 30 Minuten. Dann endlich: unsere Chance. 

Wir spielten – viel Spaß, er setzte sich voll ein und spielt wirklich gut. Die Schläger waren furchtbar. Der Ball auch. Aber egal – hier zählte der Spaß. 

Danach direkt weiter zum Bouldern. Zwei Stunden. Beim Warm-up machten wir Handstände und Kopfstände. Er gab mir richtig gute Tipps. Guter Lehrer! Ich absolvierte einige Routen, sogar besser als gedacht. Tobias hingegen hangelte sich wie Tarzan ohne Seil durch die Halle. 

Krass. 

Nach den coolen zwei Stunden ein japanisches Restaurant. Wir entschieden uns für eine Platte für zwei – viele Sushi-Varianten und als Abschluss Sesamball und Mochi-Eis. Traumhaft. 

Die Stäbchen? Gingen eher auseinander als zusammen. Bei mir. Ich habe es wirklich versucht. 

🌙 Der letzte Abend und der Passivkaffeetrinker

Dann gingen wir zu Fuß zurück. Ein schöner Nachtspaziergang. Bei Tobias angekommen machten wir uns bettfertig. Er zeigte mir noch Bilder von einer seiner Wanderungen und wir quatschten, bis die Müdigkeit siegte. Ich bekam wieder seine Decke und schlief wieder auf seinem 1,40 Meter breiten eingeschrumpften Sofa. 

Ich schlief gut. 

Am nächsten Morgen brühte ich bei ihm meinen Kaffee auf. Einmalfilter – praktisch. Der Duft zog durch die ganze Wohnung. Tobias ist nun offiziell Passivkaffeetrinker. Den Duft mag er immerhin. 😀 

Irgendwann musste ich zum Bahnsteig, mein Zug fuhr kurz nach 9 Uhr ab. 

Eigentlich. 

Bahn lässt grüßen. 

Verspätung. Natürlich. 

Egal. Ich bin gut und glücklich nach Hause gekommen, und es waren wieder richtig tolle Tage – viel Action, viele Eindrücke, viele Erlebnisse. 

Ich freue mich schon auf den nächsten gemeinsamen Trip. 😀  


🎒 Das größte Learning

Pläne sind Vorschläge. Das Leben entscheidet mit. 

Der Caspar-David-Friedrich-Weg? Gestrichen. Der perfekte Sternenhimmel? Orkan. Die Stäbchen? Kläglich gescheitert. 

Und trotzdem – oder genau deswegen – war es eines der schönsten Wochenenden seit langem. Weil es mir wieder bestätigt hat: Es kommt nicht darauf an, was auf dem Plan steht. Es kommt darauf an, mit wem du bist und wie du improvisierst. Das Beste aus der Situation machen, die guten Dinge sehen – und die schlechten als Erfahrung mitnehmen. 

Wenn Pläne wegbrechen, fange ich an zu denken. Falscher Schlafsack, der nicht in den Rucksack passt? Halstuch als Tragetasche, Problem gelöst. Orkan in der Nacht? Rucksäcke und Handtücher als Windschutz. Gaststätte geschlossen? Frühstücksbuffet auf der Bank davor. Ich werde nicht starr, wenn Pläne wegbrechen – ich suche sofort den nächsten Schritt. Das ist keine Reiseeigenschaft. Das ist Haltung. 

Ich bleibe beweglich – für Menschen, für Situationen, für Überraschungen. Die schönsten Momente dieses Wochenendes waren keine geplanten. Sie entstanden, weil ich nicht auf dem Plan bestand, sondern auf den Moment reagiert habe. Diese Offenheit, spontan umzudenken und aus jeder Situation das Beste zu machen, ist das, was mich antreibt. Privat. Und beruflich. 

Ich bringe Energie mit – und Humor. Weil beides ansteckend ist. Weil Teams, die auch mal lachen können, besser zusammenarbeiten. Und weil ein Mensch, der unter einem Felsen schläft, Nudeln mit Linsen isst und trotzdem ausgeruht und glücklich aufwacht, definitiv auch in stressigen Projekten einen kühlen Kopf behält. 😄 

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Sächsi Schweiz 01 🎒🥾